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Bürschi
Er
war ein kleiner Hund, eine Mischung aus Dackel
und sonst noch was, hatte Schlappohren und einen
unübertroffen treuen Hundeblick und hieß
Bürschi.
Jeden Mittag um Schlag 11.00 Uhr erschien er an
der Haustüre meiner Mutter. Sie erwartete ihn
schon, hatte eine Scheibe Brot mit
Leberstreichwurst oder Mettwurst bestrichen und
zusammengeklappt. Diesen Leckerbissen steckte sie
ihm ins Maul. Ein Hundeblick voll Dankbarkeit
entschädigte sie für diese kleine Mühe.
Bürschi legte sich auf den Rasen gegenüber der
Haustüre und verspeiste seine
"Brotzeit". Anschließend trollte er
sich schwanzwedelnd heim ins Nachbarhaus.
Dieses Spielchen wiederholte sich jahraus,
jahrein. Eines Tages - es war schon nach 11.00
Uhr - wartete meine Mutter vergebens. Sie war
sofort in Sorge: "Es wird ihm doch nichts
passiert sein!"
Als sie Stunden später die Nachbarin deswegen
befragte, wurden ihre schlimmsten Befürchtungen
bestätigt: Bürschi, ihr kleiner Freund, war
unter die Räder eines Autos geraten. Mutter
hatte das einzige Tier, das sie wohl jemals
wirklich mochte, verloren.
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