Ziegen-Geschichte

 

Es ist nun schon über drei Wochen her, seit der Schäfer mit einem Auto und Tieranhänger bei uns vorfuhr, um die vier aus seiner Herde entlaufenen Ziegen, die sich inzwischen im Garten hinter unserm Haus befanden, einzufangen. Es gelang den Leuten nicht. Damals tat mir der Schäfer leid.

 

Inzwischen sind diese Geißen mit ihrem Bock in unserm Garten und auf allen Seiten unseres Hauses Dauergäste geworden. Wenn wir sie verjagen, sind sie einige Minuten später wieder da.

 

Die Rosen, die vor unserem Haus in großen Blumentöpfen stehen und viele schöne Knospen angesetzt hatten, haben die Ziegen abgeknabbert. Knospen und Blätter haben ihnen geschmeckt. Welchem Blumenfreund kommen bei diesem Anblick nicht die Tränen?

 

Hat der Schäfer das Interesse an seinen Tieren, die uns noch immer alle Tage morgens und abends heimsuchen, verloren? An seinen Fähigkeiten als Hirte muss ich zweifeln.

Trotz meiner wiederholten Anrufe und einem persönlichen Gespräch mit dem Mann vor unserem Haus geschieht nichts. Wir sollten einen Zaun um unser Grundstück setzen, meinte der Besitzer der Ziegen; und auf mein Jammern der abgefressenen Rosen wegen erklärte er, es seien bei uns ja noch genug Blumen vorhanden.

 

Wann wird sich bei dieser Einstellung an den „Ziegenbesuchen“ etwas ändern? Wird das eine „unendliche Geschichte“?

 

(Nein! Nachdem ich richtig wütend geworden bin, hat er mit seiner übrigen Herde bei uns vorbei getrieben und die vier Entlaufenen dabei angelockt und eingefangen. Warum nicht gleich so?)

 

Themen