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Schon lange vor unserer Zeit versuchten sich Maler im Hinterglasmalen. Es hat sich seitdem - abgesehen vom Material - nicht viel geändert in dieser Kunst.
Auf die geschichtliche Entwicklung der Hinterglasmalerei möchte ich hier nur ganz kurz eingehen. Diese sehr alte Malweise geht zurück bis in die Zeit vor Christi Geburt. Die älteste Art war wohl die Hinterglasradierung und zwar die Goldradierung. Aus dem ersten Jahrhundert vor Christi Geburt finden sich Glasschalen aus Syrien, deren Boden mit Goldplättchen hinterlegt wurde. In diese Goldauflage wurden die Ornamente und Figuren sehr fein geritzt, d.h. radiert. Darüber malte man eine Farbschicht.
Etwa seit Beginn des 14. Jahrhunderts gibt es bei uns
in Deutschland bemalte Scheiben. Zur eigentlichen Volkskunst entwickelte
sich die Hinterglasmalerei in der Mitte des Die Bildmotive stammten damals meistens aus der katholischen Glaubenslehre. In den protestantischen Gegenden entstanden vor allem "Erbauungsbilder" mit Sinn oder Bibelsprüchen. - Wenn die Auftraggeber es wünschten, wurden in den Glasmalwerkstätten aber auch profane Bilder gemalt, etwa mit folgenden Themen: Blumensträuße, Jahreszeiten, Schäferszenen, Jagdszenen, Schiffe, Städtebilder, Porträts. Oft dienten dabei Stiche als Vorlage. An diese alten Bildinhalte habe ich mich in nicht gehalten. Die Themen sollen hier mehr unserem heutigen Zeitgeist entsprechen.
Wenn sich auch die Bildinhalte im Laufe der Zeit gewandelt haben, die Technik ist etwa gleich geblieben. Es gibt hier allerdings einige Variationen. Ich möchte vor allem auf folgende drei Arten eingehen: 1. Hinterglasmalerei mit und ohne "Riss" 2. Hinterglasradierung (Kratztechnik) 3. Spiegelradierung Dabei schließt die Spiegelradierung die Hinterglasmalerei mit ein.
1. Fensterglas in verschiedenen Größen 2. Pinsel mit Marderhaar in den Stärken: 00, 1, 3, 6; dazu einen größeren, der auch weniger teuer sein kann 3. Farben: Speziell für die Hinterglasmalerei angebotene Farben (Dispersionsfarben oder Ölfarben), eine Goldfarbe 4. Papier: Zeichenblock, Transparentpapier, Pauspapier 5. Sonstiges: Bleistift und Radiergummi, Wasserglas und Mallappen, alte Deckel von Schraubgläsern (als Palette), Malerbrücke, Klebeband und Schere, weißes Papier als Unterlage, Frischhaltefolie, Goldpapier...
Eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen einer Hinterglasmalerei ist ein guter Arbeitsplatz. Er muss hell sein, aber die Sonne soll nicht direkt darauf scheinen. Der Tisch soll so groß sein, dass alle benötigten Utensilien darauf Platz finden. Für großformatige Glastafeln ist es auch wichtig, dass der Tisch eben ist. Andernfalls sollte man vielleicht eine Spanplatte auf den Tisch legen. Als weiße Unterlage benütze ich die Rückseite alter Kalenderblätter. Bedrucktes Zeitungspapier wäre irritierend. Es ist notwendig, dass man senkrecht auf die Glasplatte schauen kann. Um dies zu ermöglichen, lege ich auf meinen Stuhl ein dickes Kissen, damit ich höher sitze Wenn man abends bei Lampenlicht malen möchte, braucht man eine Lampe, die sich so verstellen lässt, dass das Licht möglichst senkrecht auf die Glasplatte fällt. Bei einem Rechtshänder muss die Lampe links am Tisch angebracht sein. Malutensilien, die nicht mehr auf dem Tisch Platz haben, oder solche, die seltener gebraucht werden, können wohlgeordnet auf einem Servierwagen abgelegt werden, der nach Bedarf herbei- oder wieder weggefahren werden kann. Auf der unteren Etage des Servierwagens könnte man vielleicht auch ein Bild zum Trocknen ablegen.
Meine Bilder zu diesem Thema wurden fast alle vom Fotostudio Hetzer in Obereichstätt fotografiert. Ich habe die Dias eingescannt. |