Strahlende Fenstersterne und Rosetten

Licht, das durch bunte Fenster fällt, ist von besonderer Leuchtkraft. Es fasziniert. Wir kennen dies von den Glasfenstern unserer Kirchen und Dome. Mit einfachen Mitteln habe ich versucht, meine eigenen Fenster mit leuchtenden Bildern, mit Sternen und Rosetten, zu schmücken. Hier zeige ich Ihnen, wie ich sie gemacht habe.

I. Material und Werkzeug

Sterne waren meine ersten Fensterbilder. Ich schneide sie aus schwarzem, dünnen Tonpapier und klebe sie auf gutes Pergamentpapier, dessen weiße Flächen ich anschließend mit Filzstiften (Markern) bemale. Die Entwürfe dazu zeichne ich auf Schreibmaschinenpapier.

Als Werkzeug benötige ich eine Schneideunterlage, einige Pinnadeln und vor allem ein Messerchen zum Ausschneiden. Das kann ein Tapezierermesser sein, dessen Schneidespitze immer wieder abgebrochen wird, wenn sie stumpf ist, oder ein spitzes, auswechselbares Messerchen, das aussieht wie ein Skalpell. Wichtig ist eine gute, scharfe Spitze. Außerdem brauchen wir auch noch Bleistift und Zirkel, Schere und Klebstoff.

II. Entwurf des Motivs

<A> Entwurf des Motivs durch Falten und Ausschneiden

Meine ersten Fenstersterne sind durch Faltschnitt entstanden. Auf einem Schreibmaschinenpapier oder, noch besser, auf möglichst dünnem bunten Papier ziehe ich einen Kreis von etwa 20 cm Durchmesser, den ich dann ausschneide.
Für diese Scheibe gibt es nun mehrere Möglichkeiten der Faltung:

1. Sechsfach gefaltete Motive:

a. Ich falte duch den Kreismittelpunkt (M).

b. Ich teile den entstandenen doppelten Halbkreis in drei gleiche Flächen und falte durch den Mittelpunkt (M).

c. Diese kleine Fläche knicke ich noch einmal in der Mitte der Länge nach durch.

2. Vierfach, achtfach, zwölffach und sechzehnfach gefaltete Motive:

a. Ich halbiere durch den Kreismittelpunkt (M) (jeweils durch Faltung).

b. Ich halbiere den Halbkreis in M.

c. Halbierung des Viertelkreises oder Einteilung in drei gleich große Flächen.

d. Nochmalige Faltung.

Bevor Sie nun auszuschneiden beginnen, können Sie einige Orientierungslinien aufzeichnen:

Die grauen Flächen werden herausgeschnitten. Nun übertragen Sie den auseinandergefalteten Scherenschnitt auf Schreibmaschinenpapier. (Dies geht am einfachsten durch Photokopieren, wenn sie für den Faltschnitt farbiges Papier verwendet haben.)

Die meisten der hier gezeigten Sterne sind durch Faltschnitt entstanden.

<B> Entwurf des Motivs durch Konstruieren und Zeichnen

Auf diese Weise können noch interessantere Sterne und Rosetten entstehen.

Ich beginne wieder mit einem Kreis von etwa 20 cm Durchmesser auf Schreibmaschinenpapier. Können Sie sich noch an Ihren Geometrieunterricht in der Schule erinnern? Wissen Sie noch, wie man einen Kreis gleichmäßig in fünf, sechs oder sieben Teile aufteilt?

Wenn Sie schon einmal etwas vom "Goldenen Schnitt" gehört haben, so wird Ihnen die Zeichnung A wohl auf den rechten Weg zum Fünfeck helfen.- Ich beginne mit den beiden Strecken a und b (wobei b doppelt so lang ist wie a), die zusammen einen rechten Winkel bilden. Dann verbinde ich die Punkte P und M. Mit der Strecke a ziehe ich um den Mittelpunkt M einen Kreis. Dort, wo er die Strecke PM schneidet, finden Sie den Punkt S. Die so erhaltene Strecke PS übertragen Sie mit dem Zirkel auf den Kreisumfang. Er paßt fünfmal hinein.

Ein Sechseck bekommen Sie, wenn Sie den Radius eines Kreises sechsmal auf seinem Umfang einzeichnen wie es Zeichnung B zeigt.

Mit diesen Einteilungen in Fünf- und Sechsecke können Sie natürlich auch 10- und 12-strahlige Sterne und Rosetten zeichnen, wenn Sie jeweils die Winkel halbieren.

Wie aber entsteht ein siebenstrahliger Stern?

Dazu zeichne ich mir ein Quadrat, dessen Seiten (in diesem Fall) 8 cm lang sind. Auf meiner nun folgenden kleinen Zeichnung habe ich in die Mitte der unteren Seite einen Punkt gesetzt. Diesen Punkt verbinde ich mit einer gegenüberliegenden Ecke und erhalte die Strecke r. Mit diesem Radius r zeichne ich auf ein Schreibmaschinenpapier einen Kreis. Auf den Umfang dieses Kreises übertrage ich nun die Seite a (in diesem Fall 8 cm) mit dem Zirkel. Sie paßt siebenmal auf den Umfang, so daß wir ein Siebeneck erhalten, aus dem wir einen siebenstrahligen Stern entstehen lassen können.

<C> Übernahme eines Motivs von den Kopiervorlagen

Wem diese Konstruktionen aber zu kompliziert sind, der kann sich gerne meiner Kopiervorlagen bedienen, indem er sie ausdruckt.

III. Der Scherenschnitt

Da unsere Fensterbilder von innen und von außen, d.h. vom Zimmer und von der Straße aus schön sein sollen, schneide ich jeden Stern und jede Rosette doppelt. Auf ein großes Holzbrett lege ich ein Stück Pappe,
darauf zwei Blätter schwarzes Tonpapier (Din A 4) und darauf
mein Schreibmaschinenblatt mit dem entworfenen Motiv.
Mit Pinnadeln stecke ich alles fest. Bevor ich mit dem Messer auszuschneiden beginne, zeichne ich irgendwo außen an mein Motiv eine Markierung, die ich auch mit ausschneide, damit ich später beim Aufkleben finde, welche Zacken genau aufeinandergehören.

Das Messer führe ich beim Schneiden möglichst senkrecht von einer "Ecke" zur anderen. Wenn ich nicht weit genug in die Ecke hineinschneide, fällt der Abfall nicht heraus. Reiße ich dann dieses Stückchen mit Gewalt ab, gibt es unschöne Fransen, oder es zerreißt gar das Motiv. Mit dem Schneiden beginne ich immer in der Mitte des Sterns (oder der Rosette) und schneide zuallerletzt den Rand außen herum ab.

IV. Aufkleben

Unser Stern liegt in doppelter Ausführung ausgeschnitten vor uns. Nun bestreiche ich den ersten vorsichtig mit wenig Klebstoff von innen nach außen. Dazu verwende ich gern Klebstoff, der dünn aus einer Flasche fließt, so daß ich ihn gezielt auftragen kann. (Ein Kleber, der das Papier wellt, ist ungeeignet.) Dabei ist es nicht notwendig lückenlos alles anzukleben. Wichtig sind aber abstehende Teile und Zacken und vor allem der äußere Rand. Der Stern wird dann auf das vorbereitete Transparentpapier geklebt und vorsichtig angedrückt. Es sollte möglichst kein Klebstoff auf die freien Flächen des Transparentpapiers gelangen, da an diesen Stellen später keine Farbe angenommen wird. Nun drehe ich den Stern um, so daß das Transparentpapier oben liegt. Orientieren Sie sich nun bitte, wie der zweite Stern aufgeklebt werden muß, damit er den ersten genau abdeckt. (Die vorher eingezeichnete und mitgeschnittene Markierung tut uns jetzt gute Dienste.) - Sollte doch etwas Klebstoff ausgetreten sein, so läßt er sich meistens mit etwas Brennspiritus und einem Lappen wieder entfernen, wenn Sie es möglichst bald tun. Das darüberstehende Transparentpapier rund um den Stern müssen wir natürlich abschneiden.

V. Leuchtende Farben

Damit unsere Fenstersterne und Rosetten wirklich strahlen, wie es der Titel ankündigt, malen wir die weißen Flächen des Transparentpapiers zum größten Teil mit leuchtenden Farben aus. Meistens verwende ich dazu dicke Filzstifte oder Marker. Es eignen sich aber auch andere Farbstifte dazu.
Damit meine Fensterbilder von beiden Seiten schön leuchtend aussehen, trage ich die Farben von beiden Seiten auf.

Sie könnten auch statt mit weißem Transparentpapier die einzelnen Felder mit verschiedenen bunten Transparentpapieren auskleben. Dies ist aber mühsam und erfordert Geduld. Ein leuchtender Fensterstern aber lohnt die Mühe.

VI. Sterne und Rosetten am Fenster

Damit meine Fensterbilder gut an den Scheiben haften, bestreiche ich an einer Seite den äußeren Rand rund herum mit Fotoleim. Diesen lasse ich einige Minuten anziehen, bevor ich den Stern an die Fensterscheibe klebe. Er läßt sich später jederzeit einfach wieder abziehen und erneut anheften.

VII. Mit dem Farbdrucker auf Folie oder Pergamentpapier drucken

Wer einen Farbdrucker hat, kann natürlich meine hier vorgestellten, fertigen Sterne auf Folie oder Transparentpapier ausdrucken.

Sie können aber auch meine Vorlagen benützen und diese in einem Malprogramm nach eigenen Vorstellungen ausmalen und dann ausdrucken.

Viel Freude an Ihren Fenstern!

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