|
Immer wieder sind wir auf der
Suche nach Dingen, mit denen wir anderen eine kleine Freude machen
können. Wir suchen Geschenke, die originell sind oder vielleicht sogar
eine persönliche Note tragen. Die persönlichsten Geschenke sind die
selbst gefertigten, ja vielleicht sogar selbst erdachten.
Wachs ist ein Werkstoff, mit
dem sich herrlich gestalten lässt, sei es für den eigenen Bedarf oder
für Geschenke. Schon kleine Erfolge erfüllen uns mit Freude, die dann
ihrerseits wieder anspornt zu weiterem schöpferischem Gestalten.
Das Material
Im Handel wird Gießwachs
(Reliefwachs) in Platten und Blöcken verschiedener Farben oder als
transparentes Granulat angeboten, das man durch Farbpigmente in
gewünschten Farbtönen einfärben kann. Verzier‑ und Modellierwachs
benötigen wir für Applikationen. Mit Öl- oder anderen schneller
trocknenden Farben, mit Patiniermittel, Gold‑, Silber‑ und
Bronzefarben vollenden wir unsere kleinen Kunstwerke.
Das Werkzeug
Die Dinge, die wir aus Wachs
anfertigen können, sind sehr verschieden. Entsprechend vielfältig sind
auch die Werkzeuge, die wir für die einzelnen Techniken benötigen.

Ich werde jeweils darauf zu
sprechen kommen. Hier möchte ich zunächst nur die notwendigsten Geräte
nennen.
Um das Wachs zu schmelzen,
brauchen wir entweder einen richtigen Schmelztiegel (doch wer
besitzt ihn schon?) oder ein anderes Gefäß, das einen Henkel und
Gießrand hat. Deshalb ist eine Konservendose hierfür nicht gut
geeignet. Den Schmelztopf setzt man in einen zweiten Topf, der etwa zu
einem Drittel mit Wasser gefüllt ist. Um das Wachs im Wasserbad
schmelzen zu können, brauchen wir eine Herdplatte. Vor offener Flamme,
wie beim Gasherd, sollten Sie sich hüten. Das flüssige Wachs entzündet
sich sehr leicht. Es ist also äußerste Vorsicht geboten! ‑
Ausnahmsweise können Sie den Schmelztiegel bei geringer Wärmezufuhr
auch mal auf die Platte des Elektroherdes stellen; doch decken Sie
diese zum Schutz mit Alufolie ab!
Bevor Sie sich an die Arbeit
machen, sollten Sie folgendes herrichten: Resopalbrettchen,
Taschenmesser, vielleicht auch ein paar einfache
Schnitzmesserchen, verschiedene Plätzchenformen, Knöpfe
mit reliefartigen Mustern, Lineal, Zirkel sowie allerlei
Schabewerkzeuge, Geräte, die auch zum Metalldrücken verwendet
werden, Linolfedern und Federhalter, einen großen Teller
oder eine Zeitung als Unterlage und einige Lappen oder Papiertücher
und einen breiten Pinsel.
|
|
Herstellen einer
Wachsplatte
Für die Rosette benötige ich
eine große Wachsplatte, für die Sterne 7 kleine Platten. Die
Wachsplatten, die ich durch Kerben, Schnitzen und Drücken oder durch
Applikationen verziert habe, sind etwa 4 ‑5 mm stark. Um sie
herzustellen, brauche ich eine Tasse oder eine Schüssel, die ich bis
auf 4 oder 5 mm Entfernung vom oberen Rand mit sehr heißem Wasser
fülle. In dieses Wasser gieße ich heißes Wachs von ca. 60°C, das also
gut flüssig ist. Wachs, leichter als Wasser, schwimmt oben. Abgekühlt
bildet es eine schöne glatte Platte, die sich durch leichten Druck von
oben lösen lässt.
Sollten Wachs und Wasser nicht
heiß genug sein, bilden sich an der Unterseite der Wachsplatte
Unebenheiten. Gießen Sie das Wachs gar in kaltes Wasser, so entstehen
"Zufallstreffer". Sie erinnern mich ans Bleigießen zu Silvester und
haben auch ihren Reiz. |