Weihnachtsschmuck aus Wachs
 

Wie Sie wieder am ersten Bild dieses Themas sehen können, habe ich 1979 hierzu in der Brunnenreihe des Christophorus-Verlages ein Büchlein geschrieben. Mit freundlicher Erlaubnis des Verlages veröffentliche ich es hier in meiner Homepage. Text und  die meisten der hier gezeigten Bilder habe ich aus dem Büchlein eingescannt.

 

Fotos: Ulrike Schneiders
Zeichnungen: Piotr Iwicki
 

 

Immer wieder sind wir auf der Suche nach Dingen, mit denen wir anderen eine kleine Freude machen können. Wir suchen Geschenke, die originell sind oder vielleicht sogar eine persönliche Note tragen. Die persönlichsten Geschenke sind die selbst gefertigten, ja vielleicht sogar selbst erdachten.

Wachs ist ein Werkstoff, mit dem sich herrlich gestalten lässt, sei es für den eigenen Bedarf oder für Geschenke. Schon kleine Erfolge erfüllen uns mit Freude, die dann ihrerseits wieder anspornt zu weiterem schöpferischem Gestalten.

Das Material

Im Handel wird Gießwachs (Reliefwachs) in Platten und Blöcken verschiedener Farben oder als transparentes Granulat angeboten, das man durch Farbpigmente in gewünschten Farbtönen einfärben kann. Verzier‑ und Modellierwachs benötigen wir für Applikationen. Mit Öl- oder anderen schneller trocknenden Farben, mit Patiniermittel, Gold‑, Silber‑ und Bronzefarben vollenden wir unsere kleinen Kunstwerke.

Das Werkzeug

Die Dinge, die wir aus Wachs anfertigen können, sind sehr verschieden. Entsprechend vielfältig sind auch die Werkzeuge, die wir für die einzelnen Techniken benötigen.

 

Ich werde jeweils darauf zu sprechen kommen. Hier möchte ich zunächst nur die notwendigsten Geräte nennen.

Um das Wachs zu schmelzen, brauchen wir entweder einen richtigen Schmelztiegel (doch wer besitzt ihn schon?) oder ein anderes Gefäß, das einen Henkel und Gießrand hat. Deshalb ist eine Konservendose hierfür nicht gut geeignet. Den Schmelztopf setzt man in einen zweiten Topf, der etwa zu einem Drittel mit Wasser gefüllt ist. Um das Wachs im Wasserbad schmelzen zu können, brauchen wir eine Herdplatte. Vor offener Flamme, wie beim Gasherd, sollten Sie sich hüten. Das flüssige Wachs entzündet sich sehr leicht. Es ist also äußerste Vorsicht geboten! ‑ Ausnahmsweise können Sie den Schmelztiegel bei geringer Wärmezufuhr auch mal auf die Platte des Elektroherdes stellen; doch decken Sie diese zum Schutz mit Alufolie ab!

Bevor Sie sich an die Arbeit machen, sollten Sie folgendes herrichten: Resopalbrettchen, Taschenmesser, vielleicht auch ein paar einfache Schnitzmesserchen, verschiedene Plätzchenformen, Knöpfe mit reliefartigen Mustern, Lineal, Zirkel sowie allerlei Schabewerkzeuge, Geräte, die auch zum Metalldrücken verwendet werden, Linolfedern und Federhalter, einen großen Teller oder eine Zeitung als Unterlage und einige Lappen oder Papiertücher und einen breiten Pinsel.

 

 

Herstellen einer Wachsplatte

Für die Rosette benötige ich eine große Wachsplatte, für die Sterne 7 kleine Platten. Die Wachsplatten, die ich durch Kerben, Schnitzen und Drücken oder durch Applikationen verziert habe, sind etwa 4 ‑5 mm stark. Um sie herzustellen, brauche ich eine Tasse oder eine Schüssel, die ich bis auf 4 oder 5 mm Entfernung vom oberen Rand mit sehr heißem Wasser fülle. In dieses Wasser gieße ich heißes Wachs von ca. 60°C, das also gut flüssig ist. Wachs, leichter als Wasser, schwimmt oben. Abgekühlt bildet es eine schöne glatte Platte, die sich durch leichten Druck von oben lösen lässt.

Sollten Wachs und Wasser nicht heiß genug sein, bilden sich an der Unterseite der Wachsplatte Unebenheiten. Gießen Sie das Wachs gar in kaltes Wasser, so entstehen "Zufallstreffer". Sie erinnern mich ans Bleigießen zu Silvester und haben auch ihren Reiz.

Da ich die Abbildungen in horizontalen Reihen von links oben nach rechts unten gedanklich durchnummeriere, finden Sie beim Besprechen der einzelnen Motive links oben stets die Nr. 1.