Intarsien: Wachs in Wachs eingelegt

Ein weißer und ein roter Stern aus gekauftem Verzierwachs liegen bereit. Aus beiden Sternen steche ich in der Mitte mit dem Metallringlein von einem Kugelschreiber einen Kreis aus und setze ihn jeweils dem andersfarbigen in das eben entstandene Loch ein. Entsprechend verfahre ich mit den Blattformen. Dafür habe ich ein Metallringlein (vom Kugelschreiber) an einer Seite spitz zusammengedrückt. Um das Wachs wieder aus dem Förmchen herauszubekommen, drücke ich es von der entgegengesetzten Seite her mit einer alten Kugelschreibermine heraus.

 

Applikationen: Aufgelegte Verzierungen aus Wachs

Einen Entwurf auf Papier zeichne ich diesmal auf dünnes Verzierwachs durch. Das Motiv schneide ich mit einem spitzen Taschenmesser oder dem Konturenmesser auf einem Resopalbrettchen aus, wobei ich Pergamentpapier zwischen Wachs und Brettchen lege, Das ausgeschnittene Motiv drücke ich vorsichtig auf die bereits vorbereitete Wachsplatte. Die Wärme der Hand genügt, um die Applikation auf der Platte festkleben zu lassen.

Soll die Verzierung etwas erhabener werden, so lege ich zwei oder drei der dünnen Wachsplatten aufeinander.

 

 

Für die gelben Ringlein dieses Adventskranzes wurde jeweils aus einer größeren Platte eine kleinere ausgestochen (Platte im Wasserbad erwärmt). Hier habe ich für einen Teil der Verzierung das Wachs geknetet und zu Blumen geformt.

Mehr zu dem Thema Applikationen finden Sie unter "Ostereier und Kerzen mit Wachs verziert".

 

 

Geschnitzte Taler, Sterne, Engel und Kerzen

Wenn Sie Ihre Wachsplatten gießen, überlegen Sie, noch ehe das Wachs ganz abgekühlt ist, ob Sie mit Plätzchenformen einen Stern oder eine Blume ausstechen oder ob Sie die Platte als runden Taler verzieren wollen.

Ist das Wachs aber schon so weit abgekühlt, dass sich die Ausstechformen nicht mehr hineindrücken lassen, so legen Sie die Platte eine Weile in warmes, aber nicht zu heißes Wasser. So wird sie wieder weich und für den genannten Zweck brauchbar. Ebenso verfahren Sie auch mit den Platten, die es in der Stärke von 5 mm zu kaufen gibt.

Sind die Umrisse unserer Platten fertig, haben wir "Wachsplätzchen" ausgestochen, können wir mit dem Verzieren durch Schaben, einfaches Einkerben oder Schnitzen beginnen.

Für das gewünschte Motiv ‑ es eignen sich besonders Blumen, Blätter oder verschiedene Sternformen ‑ können Sie einen Entwurf auf Papier zeichnen, dieses auf die Wachsplatte legen und die Linien mit einer Stricknadel oder einem Bleistift leicht durchdrücken. Achten Sie dabei bitte auf einfache Formen mit klaren Linien, und vermeiden Sie Überschneidungen!

Zum Wachsschnitzen müssen Sie sich nicht unbedingt teure Schnitzmesser kaufen. Es genügen ein oder zwei Federhalter oder Schneidefederhalter mit Schneidefedern, wie man sie für Linolschnitte verwendet:

Sie sollten nun überlegen, welche Teile Ihres Motivs erhaben stehen bleiben sollen und welche vertieft, also herausgeschnitten werden müssen. Das Muster eines Scherenschnittes könnte hier Pate stehen.

Ehe ich mit dem Schnitzen beginne, lege ich die Wachsplatte auf Papier oder in einen alten, flachen Teller. So kann ich die abfallenden Wachsspäne wieder leichter in den Schmelztopf zurückschütten. Die Wachsspäne kehre oder bürste ich immer wieder mit einem breiten Pinsel von der Wachsplatte herunter.

Für dünne oder dickere Linien eignen sich Geißfuß und Riller. Für breite Linien und große Flächen nehmen Sie bitte das kleine oder große Hohleisen. Um das Muster noch zu verfeinern, bieten sich allerlei Hilfswerkzeuge an, wie Kugelschreiber, Stricknadel und manches, was wir zur Nagelmaniküre verwenden. Wenn ich eine größere Fläche ausheben muss, umschneide ich zunächst mit dem Geißfuß die Umrisse ganz sauber. Anschließend hebe ich mit dem Hohleisen aus der zu vertiefenden Fläche Stück für Stück heraus, immer in der gleichen Richtung schneidend. Die dabei entstehende feine Struktur ist interessant und belebt. Sie muss nicht unbedingt mit dem Konturenmesser glatt geschabt werden.

Nicht nur Wachsplatten, auch selbstgegossene Kerzen lassen sich in dieser Weise gestalten. Dochte und Gießformen dafür bietet die Firma hobby‑time an. Die kleine hellbraune Party‑Kerze im Vordergrund habe ich in einem Eisförmchen gegossen.

Gekaufte Kerzen sind stets aus weißem Wachs gegossen und in ein farbiges Wachsbad getaucht, das außen nur eine dünne farbige Schicht hinterlässt. Deshalb sind sie zum Schnitzen ungeeignet.

 

 

Mit dem Konturenmesser können Sie in Wachs gut Kerben in Dreiecksform einschneiden, z. B. bei einem Stern, dessen Strahlen innen vertieft sein sollen.

Im Uhrzeigersinn schneide ich die drei Schenkel nach, wobei ich das Messer etwas nach rechts neige und die Wachsplatte immer so weiterdrehe, dass der Schnitt in Richtung auf den Körper zu ausgeführt wird. Durch verschiedene Anordnung von Dreiecken lassen sich hübsche Sterne und Rosetten gestalten.

Zwei Kerbschnittentwürfe sehen Sie hier: